Reihe: Tunneleffekt
Land: Deutschland
Besetzung:
Christoph H. Mueller: p, keys, Computer, iPad
Joachim Roedelius: p, keys, Computer, iPad
Die Geschichte elektronischer Avantgarde ist ohne ihn überhaupt nicht denkbar: Hans-Joachim Roedelius, Jahrgang 1934, gehört zu den Pionieren experimenteller Musik. Mit Cluster und Harmonia hat er dazu beigetragen, dass die Welt bei jedem repetitiv angelegten, zwischen Elektronik und Rock schwebenden, trancehaften Stück von Krautrock spricht. Seine Kollaboration mit Dieter Moebius ist ebenso legendär wie die mit Brian Eno, der ein großer Fan von Cluster ist und die Zusammenarbeit mit Roedelius suchte. Das Wunderbare an großen Künstlern ist ja, dass sie nie aufhören, sich für Neues zu interessieren. Auf Roedelius trifft das zu: Der Output des 81-Jährigen ist immens. Und eine der jüngsten Arbeiten hat ihn mit dem mehr als 30 Jahre jüngeren Christoph H. Mueller zusammengebracht. Der wurde mit elektronischem Neo-Tango bekannt, seinem Gotan Project. Von tanzbaren Songs ist auf dem gemeinsamen Album „Imagori“ nicht mehr viel übrig: Roedelius steuert vornehmlich suggestive Pianoparts bei, reduzierte Melodielinien, die einen tief hinab in die melancholische Grundstimmung dieses Albums begleiten, das in Muellers schweren Beats sein Fundament erhält: Manchmal erinnert das an eine sehr minimalistische Version von TripHop. Auf einem Stück hat Brian Eno einen Gastauftritt, quasi auf der Metaebene erklärt er in „About Tape“ die Prinzipien musikalischer Aufnahmen. Aber auch ganz ohne Metaebene funktioniert das Duo Mueller/ Roedelius.