Ein Zwiegespräch der Extraklasse! Als der aus Kamerun stammende Bassist Richard Bona Mitte Oktober 2017 im Rahmen von Enjoy Jazz in Septett-Besetzung sein Projekt Mandekan präsentierte, schwärmte er vom musikkulturellen „Melting Pot“ des afro-kubanischen Raumes. Wahrlich ein über Jahrhunderte gewachsener interkultureller Transitraum auf der Grundlage von Kolonialismus und Rassismus, indem es gelungen ist, so Bona, schmerzhafte Geschichte in fabelhafte Musik zu transformieren. Dass Bona zu den afrokubanischen Klängen seines Ensembles Texte in seiner Heimatsprache Duala sang, passte ins Bild einer sehr reflektierten Identitätspolitik. Dass Bona, als er von Frankreich in die USA ging, sein Management der Firma von Quincy Jones anvertraute, erwies sich für diesen Konzertabend als Glücksfall, denn der einflussreiche Produzent Jones fungiert seit 2006, seit einem Auftritt des Pianisten beim Montreux Jazz Festival, als Mentor des unverwechselbaren Geschichtenerzählers Alfredo Rodriguez. Bona ist auf Rodriguez’ Album „Tocororo“ zu hören, das seinerseits vom Reisen, von Neugier, von Freiheit und von der produktiven Vermischung der Kulturen erzählt. Freigeister, verwandte Seelen.
Das Konzert ist bestuhlt.