VVK: 40 / 32 / 23 / 15 € zzgl. Geb
AK: 45 / 37 / 28 / 20 €
Beginn: 20:00
Einlass: 19:00
Land: Deutschland / Polen
Besetzung:
Emil Mangelsdorff: as, voc
Janusz Maria Stefanski: dr
Thilo Wagner: p
Vitold Rek: b
Welcher Jazzer könnte behaupten, dass er für die Musik sein Leben riskiert hat? Emil Mangelsdorff kann das. Der Saxophonist, Jahrgang 1925 und der ältere Bruder des Posaunisten Albert Mangelsdorff, gehörte während des Dritten Reiches zur oppositionellen Frankfurter Swing-Jugend. Auf einem Foto verhöhnten die jungen Leute einmal Nazi-Symbole – Mangelsdorff wurde inhaftiert und gefoltert, später an die Ostfront geschickt. Von seiner Leidenschaft für sogenannte „entartete“ Musik brachte ihn das nicht ab. Nach dem Krieg war er ein vitaler Teil der Frankfurter Jazzszene. Er spielte mit seinem Bruder, mit Jutta Hipp, Klaus Doldinger, Volker Kriegel und vielen anderen. Die 50er müssen berauschend gewesen sein: Man trat inmitten der Trümmerlandschaften vor amerikanischen GIs auf. Die Musik triumphierte über die Nazis. Bald ging es in richtigen Clubs weiter, Jazz war nicht mehr nur ein Nischenphänomen. Als der HR ein Jazzensemble zusammenstellte, war Mangelsdorff natürlich mit dabei. Er vollzog die Bewegungen des Jazz nach: vom Swing über Bebop und Cool Jazz bis hin zu Fusion-Experimenten. Neugierig und offen ist er bis heute geblieben. Und auf der Bühne steht er mit seinen 91 Jahren nach wie vor. In einem Interview meinte er einmal, bei der Auseinandersetzung mit der Kunst entstünden wohl lebenserhaltende Vorgänge. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so alt werde. Ich glaube, dass die Liebe zur Musik damit zu tun hat.“