Der eindimensionale Mensch wird 50

So 19.10.2014


Kulturhaus Karlstorbahnhof Heidelberg

VVK: 21€ zzgl. Geb

AK: 25€

Beginn: 20:00

Einlass: 19:00

Land: Deutschland / Österreich

Besetzung:
Thomas Ebermann: Autor
Kristof Schreuf: g
Andreas Spechtl: voc
Robert Stadlober: voc

„Alle Befreiung hängt vom Bewusstsein der Knechtschaft ab, und das Entstehen dieses Bewusstseins wird stets durch das Vorherrschen von Bedürfnissen und Befriedigungen behindert, die im hohen Maße die des Individuums geworden sind.“ 1964 in den USA veröffentlicht, 1967 ins Deutsche übersetzt, wurde Herbert Marcuses Studie „Der eindimensionale Mensch“ zum Bestseller der antiautoritären Revolte der späten sechziger Jahre, weil Marcuse den universellen Verblendungszusammenhang der Kritischen Theorie, den lückenlosen Zusammenklang von Konformismus und Manipulation um eine revolutionstheoretische Pointe ergänzt. Stichwort: die „große Verweigerung“ der Randgruppen, Außenseiter, Unterprivilegierten und Intellektuellen. 50 Jahre nach der Veröffentlichung scheinen Marcuses Beobachtungen zu Tendenzen höchstentwickelter Industriegesellschaften beängstigend aktuell und relevant. Da trifft es sich, wenn ein Team von Querulanten, Systemkritikern, Bohemiens und Musikern das Werk Marcuses unter die Lupe nimmt und mit ein paar Songs zum Klingen bringt. Vorsicht! Es handelt sich dabei gewiss nicht um eine Nostalgie-Veranstaltung unbelehrbarer Liedermacher, sondern eher um inszenierte Disharmonie: „Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben.“ (Walter Benjamin)

Eine Koproduktion mit dem steirischen herbst festival, Graz, und dem Polittbüro, Hamburg. Mit freundlicher Unterstützung vom Musicboard Berlin.