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Straßennamen dienen nicht nur der räumlichen Orientierung in einer Stadt. Sie sind mehr noch Teil einer kollektiven Erinnerungskultur: Wer in Form seines Namens ein Straßenschild ziert, soll nicht vergessen werden, und im besten Falle mögen seine Leistungen auf den Gebieten der Wissenschaft, Politik oder Kunst im Gedächtnis bleiben. Man könnte sogar sagen: Der Namenspatron soll den Passanten einen Weg weisen, nicht nur im Raum, sondern ebenso sehr im Ideellen. Die Vergabe von Straßennamen ist dementsprechend ein hochsymbolischer Akt, der immer auch das historische Bewusstsein der verantwortlichen Namensverteiler spiegelt. Wie die Straßen auf dem Gebiet der ehemaligen US-Flächen in Heidelberg in Zukunft heißen werden, ist noch nicht ausgemacht. Der Vorschlag des Vereins Bürger für Heidelberg sieht vor, einige Straßenbezeichnungen bewusst beizubehalten, andere aber so auszuwählen, dass sie Verbindungslinien zwischen den USA und Deutschland aufzeigen. Die Idee ist es, einerseits für die amerikanische Geschichte und Gesellschaft wichtige Deutsche zu benennen, andererseits bedeutende Jazzmusiker, Frauen im Jazz und AFN-Moderatoren als Botschafter amerikanischer Kultur auf Namensschildern zu verewigen. Abraham de Wolf vom Verein Bürger für Heidelberg wird bei der Nachmittagsveranstaltung im Rahmen von Enjoy Jazz das Konzept und die als Straßennamensgeber in Frage kommenden Musiker (von Louis Armstrong bis Ornette Coleman) vorstellen – und das in Wort, Ton und Bild.