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Jazz in der Türkei? Wer regelmäßig bei Enjoy Jazz vorbeischaut, wird bei dieser Frage gewiss nicht ratlos mit der Schulter zucken, sondern vielmehr lässig daran erinnern, dass Fazil Say 2008 auf dem Festival seine Liebe zum Jazz dokumentiert hat. Marc Sinan, LebiDerya, Ilhan Ersahin waren bzw. sind immer mal wieder eingeladen, um uns über „Jazz in Turkey“ musikalisch zu erzählen. Auch die Beziehung des Festivals zur Orientalischen Musikakademie Mannheim trägt Früchte: Man denke nur an den wunderbaren Abend mit Anouar Brahem im vergangenen Jahr, der von Musikern von dort eröffnet wurde. Trotzdem ist es höchste Zeit, die Sache mit dem „Jazz in der Türkei“ mal etwas systematischer anzugehen. Hier kommt der Filmemacher Batu Akyol ins Spiel, der 2011 begonnen hat, die (Sozial-)Geschichte des Jazz in der Türkei zu rekonstruieren und zu dokumentieren. Aufgrund der schwierigen Archivsituation hat Akyol für seine vielstimmige „Oral History“ 50 prominente und weniger prominente Gesprächspartner vor die Kamera geholt, die von politischen Manövern, Mimikry, künstlerischen Fortschritten, öffentlicher Wahrnehmung, wachsendem Selbstbewusstsein und dem „Spirit“ der Szene erzählen. Der Film hatte im Frühjahr 2014 auf dem Internationalen Filmfestival Istanbul Premiere und hat bislang keinen deutschen Verleih. Man sollte sich diese bislang einmalige Chance einer Projektion im Kino also besser nicht entgehen lassen.