Andy Stott & Laurel Halo

Fr 13.11.2015


Kulturhaus Karlstorbahnhof Heidelberg

VVK: 17€ zzgl. Geb

AK: 20€

Beginn: 22:00

Einlass: 21:00

Reihe: Something for your mind

Land: Großbritanien / USA

Besetzung:
Andy Stott : synth, electronics
Laurel Halo : synth, electronics

unbestuhlt

Einen Ausflug in die Quantenmechanik unternimmt Enjoy Jazz mit der neuen Reihe „Tunneleffekt“. Wie bei dem Phänomen, bei dem atomare Teilchen eigentlich unüberwindbare Hürden überwinden, geht es in der Konzertreihe um Künstler, die sich nicht um stilistische Barrieren kümmern und das scheinbar Unmögliche möglich machen: The Bug, Apparat, Maribou State, das Moritz von Oswald Trio, Nik Bärtsch, Laurel Halo und Andy Stott sind Künstler, die ausloten, wie sich Tracks in alle Richtungen öffnen lassen und wie sich Soul mit Nullen und Einsen darstellen lässt.

„Weird Pop“ – eine gewisse Ratlosigkeit transportiert dieser auf die abstrakten Singer/Songwriter-Soundscapes aus Ambient, Samples, Dub & Sub Bass von Laurel Halo gemünzte Terminus. Tatsächlich stehen die beiden Alben „Quarantine“ (2012) und „Chance of Rain“ (2013) ziemlich erratisch und rätselhaft im Raum. Das ist durchaus im Sinne der Erfinderin, denn die 1987 in Ann Arbor, Michigan geborene Ina Cube sagt in Interviews gerne Sätze wie: „Wir verstehen einander nie wirklich, zudem fühle ich mich meist wie Sternenstaub. Das ist traurig, aber auch lustig.“ Oder: „Ich will nichts weiter tun, als überwältigende Musik zu machen. Für etwas anderes bin ich gar nicht geschaffen.“ Große Worte, aber dem perplexen „Wire“-Magazin fiel nichts Besseres ein, als „Quarantine“ zum „Album des Jahres“ zu machen. Nach eineinhalb Jahren Schweigen hat Halo, die übrigens Carl Graig, J Dilla und Stevie Wonder als wesentliche Einflüsse nennt, für September eine EP mit acht(!) neuen Tracks angekündigt. Da passt es doch wunderbar ins Bild, dass auch Andy Stott, Dub-Techno-Produzent aus Manchester, auf seinem aktuellen, vierten Album „Faith in Strangers“ mit der menschlichen Gesangsstimme experimentiert, indem er sie zu rätselhaften Lautfolgen zerstückelt und moduliert, was allerdings – erstaunlich genug - im Kontext von Stotts eher abstrakt-lichten Soundscapes eine fast schon romantische Wirkung hat: wenn Maschinen von Menschen träumen...