Land: Deutschland
Besetzung:
Joachim Kühn : p
Rolf Kühn : cl
Lisa Wulff : b
Tupac Mantilla : perc
Boris Netsvetaev : p
Experimentierfreude und ein absoluter Drang nach Freiheit – die Bruder Rolf und Joachim Kühn müssen diese beiden Eigenschaften schon früh mitbekommen haben. Der Pianist Joachim Kühn, 1944 in Leipzig geboren, konnte Mitte der 60er in den Westen fliehen – dank seines 15 Jahre älteren Bruders Rolf, der sich damals als Klarinettist bereits einen Namen gemacht hatte. Joachim Kühn nahm mit seinem Bruder auf, ging nach Paris, nach Kalifornien, spielte mit afrikanischen Musikern. Er begriff Jazz stets als internationale Musik, trieb das freie Spiel bis an die äußersten Grenzen, gründete Mitte der 80er ein legendäres Trio mit dem Bassisten Jean-Francois Jenny-Clark und dem Schlagzeuger Daniel Humair. Ornette Coleman, dessen Vorbehalte gegen das Zusammenspiel mit Pianisten man kennt, stand immer wieder mit Kühn auf der Bühne. Auch Rolf Kühn jonglierte stets mit verschiedenen Formen, er war zudem einer der ersten deutschen Instrumentalisten, die in den USA Fuß fassen konnten – zu einer Zeit, als das noch ein bisschen unüblicher war als heute. Es ist nicht untertrieben, Rolf und Joachim Kühn als Klassiker des deutschen Jazz zu titulieren – ein brüderliches Gipfeltreffen zum 85. und 70. Geburtstag.