Aufgrund begrenzter Sitzplatzkapazitäten empfehlen wir Ihnen, sich vorab Einlasskarten zu sichern. Diese erhalten Sie kostenlos bei allen Enjoy Jazz Konzerten, im Sekretariat des Karlstorbahnhofes und in der Alten Feuerwache.
Kontakt: matinee@enjoyjazz.de
Der Jazz sei nicht tot, schrieb der britische Jazzkritiker Stuart Nicholson, er sei nur nach Europa umgezogen. Wollte man dagegen etwas einwenden, dann müsste man anmerken, dass der Jazz nicht einfach umgezogen ist, sondern sich quasi verpflanzt hat. Allerdings sollte man sich vielleicht vor dem Klischee hüten, dass hier zu Lande das Terroir des Jazz eben die klassische europäische Musik wäre. Besser man fragt, woher jemand kommt. Wenn beispielsweise ein junger und offenkundig überaus talentierter Pianist wie Michael Wollny sich (mit gewissen Abstrichen) der Jazz-Szene zurechnet: Tut er das freiwillig und warum? In welchen Traditionszusammenhängen sieht er sich selbst? Wie sehr prägt seine Vorliebe für romantische Klavierliteratur seine improvisatorische Haltung, sein Formgefühl, sein Ausdrucksvermögen? Hans-Jürgen Linke, Musikkritiker der Frankfurter Rundschau, wird mit Michael Wollny also vor allem über Michael Wollny selbst reden und über die Frage, wie man in Deutschland dazu kommt, Jazzpianist zu werden; also wahrscheinlich auch über einige ältere Herren – Franz Schubert, Werner Herzog, Keith Jarrett zum Beispiel – , von denen Wollny sagt, sie hätten ihn beeinflusst. Und natürlich über Björk.