Land: Mysen, Norwegen / Großbritanien
Besetzung:
David James (Countertenor), Rogers Covey-Crump (Tenor), Steven Harrold (Tenor) und Gordon Jones (Bariton)
Ist es die Sehnsucht nach Transzendenz, ein Verlangen nach mythischen Räumen? Ist es die Zwiesprache mit der Stille, das Elegische, ein Echo vergangener Jahrhunderte? Jedenfalls scheinen Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble mit ihren sphärischen Klängen und einem von der Gregorianik bis zu Arvo Pärt reichenden Repertoire den Hörern genau jene ersehnten, spirituellen Hallräume eröffnet zu haben. Vor zwanzig Jahren begegneten die Musiker sich bei einem Blind Date in einer österreichischen Kirche. Der Countertenor David James erinnert sich gut an diesen magischen Moment: Das Ensemble führte eine Motette von Christobel Morales auf, und „als wir uns dem Ende näherten, spürte ich eine tiefe Vibration, wie auf einer Fähre auf dem Meer, eine Empfindung, die sich schnell in eine Explosion verflochtener, ätherischer Klänge verwandelte. Jan hatte sein Saxophon genommen und sich uns als fünfte Stimme hinzugesellt.“ Das aus dieser Begegnung resultierende Album „Officium“ (1994) gehört zu den erfolgreichsten des ECM-Labels. Zwei weitere Aufnahmen – „Mnemosyne“ (1999) und „Officium Novum“ (2010) – folgten, dazu etliche gefeierte Auftritte. Nun hat die vierköpfige Vokalgruppe nach 40 Jahren das Ende ihrer Karriere bekannt gegeben. Noch einmal aber ist das Hilliard Ensemble zusammen mit Jan Garbarek bei Enjoy Jazz zu erleben – ein womöglich historischer Abend.