Land: Schweiz
Besetzung:
Irène Schweizer: p
Der Jazzkritiker Wilhelm E. Liefland hat früh, 1976, einmal festgehalten, was eh kaum zu übersehen ist: „Irène Schweizer behandelt das Klavier wie noch kaum ein Jazzmusiker.“ Und der Schlagzeuger Günter »Baby« Sommer hat später ergänzend präzisiert: „Irène Schweizer vereint das Beste einer Pianistin und eines Schlagzeugers in sich.“ Als ganz junges Mädchen hat die in Schaffhausen gebürtige Autodidaktin als Schlagzeugerin Dixieland und Swing gespielt, begeistert von einem Louis Armstrong-Konzert in Zürich. 1958. Dann wechselte sie mit Ragtime und Boogie-Woogie ans Klavier und übte sich – wie so viele Musiker ihrer Generation – in learning by hearing. Red Garland, Wynton Kelly, Horace Silver, Junior Mance, immer dem Zeitgeist auf den Fersen, Monk, Bill Evans, Mccoy Tyner und dann schließlich die Live-Begegnung mit Cecil Taylor, die fast das Ende ihrer Pianistinnen-Karriere bedeutet hätte, weil Taylor so übermächtig schien. Schweizer hat sich beeindrucken, aber auch inspirieren lassen und entwickelte eine eigenständige Stimme als wichtigste Pianistin des europäischen Jazz. Das Spektrum ihres Spiels reicht längst vom Ragtime bis Dollar Brand, von Taylor, Monk und Carla Bley bis zur Zweiten Wiener Schule. 2011, kurz vor ihrem 70. Geburtstag, ließ man Irène Schweizer trotz ihrer bekannt rabiaten Spielweise endlich an den kostbaren Konzertflügel der Züricher Tonhalle. Das Konzert geriet zum Triumph und wurde mit dem selbstwussten Titel „To Whom It May Concern“ auf Intakt Records veröffentlicht. Ein Klassiker!