Land: Schweden
Besetzung:
Goat: g, g, b, dr, voc
Josefin Öhrn : dr, g, b, keys, voc
Alter Schwede! Man sollte sich online eine Show von Goat anschauen, um zu wissen, was einem entgehen würde, würde man denn ihr Konzert bei Enjoy Jazz verpassen: Goat spielen eine extrem mitreißende und zeitgenössische Melange aus Krautrock, Afrobeat, Funk, Drone und Psychedelic – man könnte es auch durchgeknallten Power-Rock nennen –, tragen dabei hippieske Kostüme und karnevaleske Masken, tanzen derwischhaft über die Bühne und wirken wie eine Landkommune bei einem aus dem Ruder laufenden Sommerfest, bei dem der treibende Beat aber doch noch alles zusammenhält. Großartig! Der Grüdungsmythos des Musikerkollektivs besagt, dass man seinerzeit in dem kleinen Kaff Korpilombolo zum Zeitvertreib zusammen musiziert hat – irgendwie so, als würden Can in Gestalt von Trollen in einer schwedischen Mittsommernacht wiederauferstanden sein. 2012 erschien das Debütalbum mit dem nicht unbescheidenen Titel „World Music“. Den habe man gewählt, so Stammmitglied Christian Johannsson, weil man immer schon geglaubt habe, Weltmusik zu spielen – eigentlich mache das doch ohnehin jeder. Recht hat er. Nicht weit vom Stamm fällt übrigens der Support des Abends: Die Schwedin Josefin Öhrn mag es ebenfalls psychedelisch, ist dabei aber ein wenig popaffiner als Goat. Ein Grund mehr, das Konzert nicht zu versäumen.