Gerade erst ist Herbie Hancock das außergewöhnliche Kunststück gelungen, mit einem Album sowohl den Grammy für das Album des Jahres als auch den Preis für das Best Contemporary Jazz Album des Jahres zu kassieren. „River: The Joni Letters“ lautet der Titel einer hochkarätig besetzten musikalischen Hommage an die bedeutende, aber auch eigenwillige Songwriterin Joni Mitchell. Wenn Herbie Hancock jetzt für ein paar Gastspiele nach Europa kommt, ist das „Joni“-Projekt schon wieder Geschichte. Seit Jahrzehnten hat sich Hancock eine künstlerische Freiheit erarbeitet, die es ihm erlaubt, allein seiner aktuellen Vision zu folgen. Da folgt auf ein Gershwin-Tribute (1998) die Rückkehr zur Elektronik (2001), auf eine Erinnerung an Coltrane und Miles Davis (2001) eine intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Songs (2005). Was zum Auftakt von ENJOY JAZZ 2008 vielleicht zu erwarten sein könnte, verrät ein Blick auf die Besetzungsliste. Der Trompeter und Komponist Terence Blanchard, selbst eine Größe des internationalen Jazz, hat 2008 mit „A Tale Of God´s Will (A Requiem For Katrina)“ ein großartiges Album veröffentlicht, auf dem auch der Schlagzeuger Kendrick Scott mit von der Partie war. Der in Benin geborene Gitarrist Lionel Loueke, der in Paris und am Berklee College of Music studiert hat, wird seit Jahren als Riesentalent von Blanchard und Hancock protegiert. Mit Loueke hat wiederum der in Genf gebürtige Mundharmonika-Virtuose Gregoire Marat bereits gearbeitet. Ein Motto dieses hochkarätigen Line Ups könnte lauten: Back To The Roots!