'"Brüder Kühn - Zwei Musiker spielen sich frei" - ein Film von Stephan Lamby'
Wer ab und an im alten Berliner RIAS am Hans-Rosenthal-Platz zu tun hat, wo heute Deutschlandfunk Kultur zu Hause ist, kann dort Rolf Kühn begegnen. Noch immer sucht er fast täglich ein stillgelegtes Studio auf und übt mehrere Stunden. Schon in den 50er Jahren hat er an diesem Ort aufgenommen, und daran erkennt man nicht nur, welche Zeitspanne die Karriere Kühns umfasst. Es zeigt sich darin eine gewisse Disziplin und vor allem die nicht versiegende Lust, seinem launischen Instrument – so empfindet Kühn die Klarinette, wie er öfter betont hat – Herr zu werden und etwas Neues abzuringen. Rolf Kühn feiert dieses Jahr seinen 90. Geburtstag. In Worten: neunzig. Die Zahl an sich mag schon imposant sein; was sich dahinter verbirgt, ist es in noch viel stärkerem Maße: Seit mehr als 70 Jahren spielt und komponiert der Grand Seigneur des deutschen Jazz; er hatte seinen Durchbruch in den 50ern in den USA, stand mit zahllosen internationalen Stars auf der Bühne und legt seit geraumer Zeit ein Alterswerk vor, das so frisch klingt, als würde er gerade erst loslegen. Welche Geschichten sich hinter dieser langen Künstlerbiographie verbergen, weiß kaum jemand besser als die Journalistin Maxi Sickert. Zum 80. hat sie ein Buch zu Rolf Kühn vorgelegt: "Clarinet Bird". Bei Enjoy Jazz unterhält sie sich mit ihm über seine Musik und sein Leben.
Gezeigt wird an diesem Abend außerdem eine Dokumentation über die zwei Brüder Kühn und deren Geschichte: "Brüder Kühn - Zwei Musiker spielen sich frei".
Rolf Kühn tritt am 27.10, im Rahmen von Enjoy Jazz, mit seiner Quartett-Veröffentlichung „Yellow + Blue“ in der Alten Feuerwache Mannheim auf. Sein Bruder, Joachim Kühn ist am 15.10. im Duo mit Archie Shepp im Schloss Heidelberg zu Gast.
Die Veranstaltung ist bestuhlt.