Muss man Thomas Meinecke vorstellen, gerade hier in der Region, wo einer seiner schönsten Romane angesiedelt ist? „Tomboy“ von 1998 handelt von jungen Menschen in Heidelberg und Umgebung, die sich heillos in Diskurse verstricken und über Pop ebenso parlieren wie über die BASF, über Judith Butler und die Odenwälder Pilzraucherszene, über Otto Weininger und Geschlechterverhältnisse, die nicht nur auf dem Dancefloor aus der Balance gebracht werden. Damit sind die Themen Meineckes zumindest angerissen. Es gibt wohl keinen Literaten, der sich so tief in die feministische Theorie und andere Felder der Cultural Studies eingearbeitet hat, keinen der so viel von Pop und Jazz weiß und darüber so assoziationsreich erzählen kann. Angefangen hat er in den frühen 80ern mit der noch heute existierenden Avantgarde-Band F.S.K. Wenig später erschienen erste Prosatexte. Bekannt ist Meinecke zudem als Radiomoderator im Zündfunk des BR sowie als DJ, der mit Vorliebe frühen House aus Detroit und Chicago auflegt. Zusammen mit Move D hat er diverse Hörspiele entwickelt. Könnte man sich also einen besseren Gesprächspartner für Rainer Kern und die Reihe „Learn to Enjoy Jazz“ vorstellen? Wohl kaum. Es dürfte ein Genuss werden, den beiden bei ihrer Plauderei über das Festival, Jazz, prägende Musiker, Meineckes anhaltende Heidelberg-Mannheim-Obsession und tausenderlei andere Dinge zuzuhören. Musik wird natürlich ebenfalls gespielt…