Peter Brötzmann & Heather Leigh

Mi 02.11.2016


Kulturhaus Karlstorbahnhof Heidelberg

VVK: 18 € zzgl. Geb

AK: 22 €

Beginn: 21:00

Einlass: 20:00

Reihe: Enjoy Jazz gratuliert zum 75. Geburtstag!

Land: USA / Deutschland

Besetzung:
Heather Leigh: pst-g
Peter Brötzmann: as, ts, cl, trgt

Wenn man sich die Geschichte des Jazz anschaue, sagte Peter Brötzmann in einem Interview, sei es immer um einen revolutionären Ansatz gegangen. „Ich halte daran fest, weil es keinen Grund gibt, ruhiger zu werden, und angesichts der Weltlage gibt es keinen Grund, den Leuten schöne Musik vorzuspielen.“ Der Free Jazz-Saxofonist Peter Brötzmann, in diesem Jahr 75 geworden, arbeitet seit den 60ern an einer Ästhetik der Irritation und Vehemenz. Radikal nennt man vieles in der Kunst. Beim berserkerhaften Brötzmann trifft der Begriff zu. Ihn darauf festzulegen, hieße aber, ihn zu unterschätzen. Der Autodidakt hat oft genug seine große Bandbreite bewiesen. Nun hat er sich mit der amerikanischen Pedal Steel Guitar-Spielerin Heather Leigh zusammengetan, die seit den frühen 90ern sowohl stilistisch weitgefächerte Soloprojekte verfolgt hat als auch mit verschiedensten Musikern wie Christina Carter oder Jutta Koether aufgetreten ist. Die beiden ergänzen sich fulminant. Leigh kann Soundwände entstehen lassen, Feedback-Orgien, als würden Sonic Youth auf der Bühne toben; gleichzeitig beherrscht sie es, feingliedrige, flirrende Strukturen entstehen zu lassen; manchmal klingt das wie John Faheys Bluegrass-Gitarre. Brötzmann tritt mit Leigh in einen dynamischen Dialog, der brachial ausfallen kann, aber mindestens ebenso sehr vom Blues und etwas undefinierbar Lyrischem lebt. Genau: Es gibt keinen Grund ruhiger zu werden. Aber natürlich viele, die Intensität bei jedem Konzert weiter zu steigern.