Die junge amerikanische Jazz-Szene

Mi 22.10.2008


An drei Abenden thematisiert der in Berlin lehrende Musikwissenschaftler, Soziologe und Journalist Christian Broecking aktuelle Diskussionen innerhalb der Jazz-Szene. Es werden sowohl der Standpunkt des europäischen Jazz, als auch die neue amerikanische Jazz-Szene und das politische Engagement von Jazzmusikern zur amerikanischen Wahl während des Festivals beleuchtet.

Im Juli 2008 zierten sie gemeinsam das Cover des renommierten „Downbeat“-Magazins: Matthew Shipp, Vijay Iyer und Jason Moran. Andere Namen wären zu ergänzen, um zu zeigen, dass sich in der jungen US-Szene etwas tut: Brad Mehldau, Joshua Redman, Corey Wilkes oder Roy Hargrove. Hier ist eine Generation von Jazz-Musikern unterwegs, die aus einer bürgerlichen Mittelschicht stammt, über einen anderen, besseren Bildungshintergrund (teilweise mit Universitätsabschlüssen) verfügt und sich längst nicht mehr ausschließlich über Musik definieren muss. Ältere Modelle der Selbstorganisation (Stichwort: „AACM“) stehen im Raum, neue Subventionsmodelle wollen erforscht sein, eine finanzielle Unabhängigkeit vom europäischen Festivalzirkus wird angestrebt. Die junge US-Szene ist geprägt von Zuversicht; es herrscht eine Aufbruchsstimmung. Und: es gibt keine Berührungsängste gegenüber anderen Szenen, seien es HipHop und R&B, seien es ProgRock und Elektronika.