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An drei Abenden thematisiert der in Berlin lehrende Musikwissenschaftler, Soziologe und Journalist Christian Broecking aktuelle Diskussionen innerhalb der Jazz-Szene. Es werden sowohl der Standpunkt des europäischen Jazz, als auch die neue amerikanische Jazz-Szene und das politische Engagement von Jazzmusikern zur amerikanischen Wahl während des Festivals beleuchtet.
Alexander von Schlippenbach feierte im April seinen 70. Geburtstag, Peter Brötzmann wurde im März 67 und Barry Guy 2007 60 Jahre alt. Alle drei Musiker sind Protagonisten der europäischen Spielart des Free Jazz bzw. der frei improvisierten Musik, wie sie Mitte bis Ende der 1960er Jahre entstand. Seinerzeit war es angesichts der von amerikanischen Managern dominierten Festivalszene notwendig, Modelle einer alternativen Öffentlichkeit zu schaffen und über Möglichkeiten von Subvention nachzudenken. Über die Jahre gelang es den Musikern, ein Netz von Strukturen (Stichwort: Free Music Production Berlin) zu entwickeln, dass auch heute noch funktioniert. Trotzdem würden diese Musiker wohl zögern, Stuart Nicholsons These zuzustimmen, dass der Jazz seine „neue Adresse“ in Europa habe. Immerhin: Brötzmann, Schlippenbach und Guy sind aktuell mit ihrer Musik ungleich präsenter als noch vor gut zehn Jahren.