Pré-vente: 28,40 € frais inclus
Guichet de location: 30,00 €
Début: 20:00
Ouverture des portes: 19:00
Es ist das alte Spiel von Zentrum und Peripherie. Im Mai 2020 veröffentlichte „Blue Note“ das Album „Modes of Communication – Letters from the Underworlds“ des südafrikanischen Pianisten und Komponisten Nduduzo Makhathini. Ein „Blue Note“-Debüt, aber beileibe kein Debüt eines rising stars, sondern bereits Album #9 eines Musikers, der gerade bei den South African Music Awards für das beste Jazzalbum des Jahres 2018 – für „Ikhambi“ - ausgezeichnet worden war. Aber auch sonst hätte man sich dieses „Nduduzu, who?“ sparen können, denn in der britisch-südafrikanischen Formation Shabaka and The Ancestors war Makhathini als Keyboarder mit von der Partie. Was dort als eine Art musikalischer Spurensuche erscheint, ist bei Makhathinis großformatigem Ensemble spiritueller Jazz von eigenen Gnaden, verwurzelt in der eigenen Kultur und ihrer Rituale, allerdings auch hörbar von hymnischen Grundton John Coltranes, Randy Westons oder McCoy Tyners inspiriert. Die kraftvollen, eher meditativen, denn groovenden Sounds von Nduduzo Makhathini und seinem Ensemble bereichern nicht die erstaunliche Palette von Spiritual Jazz im aktuellen Festivalprogramm um eine Variante, die historisch mit Namen wie Dollar Brand/Abdullah Ibrahim, Hugh Masekela, Dudu Pukwana, Louis Moholo, Mongezi Feza verbunden ist. Bedenkt man, dass einst in den 1960er Jahren eine Gruppe erstklassiger südafrikanischer Musiker unter dem Namen The Blue Notes auszog, der Welt ihre Version vom „Black Atlantic“ und von Apartheid zu erzählen, dann kann immerhin dieser Traum durch das „Blue Note“-Debüt von Nduduzo Makhathini mit reichlich Verspätung ad acta gelegt werden. Eine größere Öffentlichkeit hört wieder Richtung Cape Jazz.