Reihe: Der Blaue Klang. 40 Jahre ECM
Land: Österreich
Besetzung:
Ruth Killius : va
Thomas Zehetmair : v
Virtuosen gelten als Monomanen: Wer atemberaubende Kunststücke in Permanenz abliefern soll, darf eigentlich nur diese im Kopf haben. Sagt man – und irrt. Thomas Zehetmair hat viel dirigiert in den letzten Jahren, er hat großartige Aufnahmen mit seinem Quartett vorgelegt, und als Solist hat er Mozart mit ebenso feinem Stilempfinden interpretiert wie das Violinkonzert von Heinz Holliger. Gerade erschienen ist nun eine neue Deutung der halsbrecherisch schwierigen 24 Capricen von Niccolò Paganini, in der sich tollkühner Wagemut mit immenser Fantasie verbindet. Der Geiger „formuliert flammende Aufrufe an eine verunsicherte Hörerschar, er predigt den permanenten Aufstand“, schreibt die Süddeutsche Zeitung in einer hymnischen Rezension der Platte. Auf dem Konzertpodium stellt Zehetmair Paganini indes gerne anderen Komponisten gegenüber. Ausgesetzte Alleingänge und kammermusikalische Vertrautheit sind für ihn zwei Seiten einer Medaille. Herzstück des Repertoires mit seiner Frau, der schweizerischen Bratschistin Ruth Killius, sind die beiden wunderbaren Mozart-Duos von 1783. Dazu kommen die kunstvoll stilisierten „Drei Madrigale“ des Tschechen Bohuslav Martinu. Die in immateriellen Flageolettklängen funkelnden „Drei Skizzen“ hat Heinz Holliger vor wenigen Jahren eigens für Zehetmair und Killius geschrieben. Im Schlusssatz dürfen die beiden sogar singen. Schließlich sind sie Virtuosen der Vielseitigkeit…
Programm:
- Mozart, Duo G-Dur KV 423
- Scelsi, Manto 3
- Holliger, Skizzen für Violine und Viola - Thomas Zehetmair und Ruth Killius gewidmet -
- Paganini, Capricen 15, 23 und 24
- Martinů, 3 Madrigale
Im Rahmen von Der Blaue Klang. 40 Jahre ECM
Das Projekt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.