Country: USA
Cast
Charlie Haden: b
Ernie Watts: sax
Alan Broadbent: p
Rodney Green: dr
„Hooray for Hollywood!“ Das Kapitel „Quartet West“ hatten wir in Charlie Hadens Workbook eigentlich bereits für abgeschlossen gehalten. Entstanden als Reminiszenz an die Anfänge mit Ornette Coleman Ende der fünfziger Jahre, veröffentlichte das an der US-Westküste beheimatete Quartet West mit Ernie Watts, Alan Broadbent und Larance Marable zwischen 1987 und 1999 sechs großartige und auch kommerziell sehr erfolgreiche Alben, die die Atmosphäre, die im Geiste von Raymond Chandler an die Filmmusiken des Film noir der vierziger und fünfziger Jahre erinnerten, einfingen. Die collagehaften Alben „Haunted Heart“ oder „Always Say Goodbye“ waren auf elegante Weise verzwickt nostalgisch und leisteten abgründige Traumarbeit, die perfekt zu Filmen wie Polanskis „Chinatown“, Altmans „Der Tod kennt keine Wiederkehr“ oder den Romanen von James Ellroy wie „Die schwarze Dahlie“ zu passen schien. Hier wurden die (historischen) Bezüge zwischen Filmscores und Jazzgeschichte ausgelotet. Am Ende der neunziger Jahre war erst einmal Schluss mit Neo- oder Post-Noir in der Musik. Man darf gespannt sein, was Charlie Haden sich für das Sequel überlegt hat.