Land: Großbritannien
Besetzung:
Carla Bley: p
Steve Swallow: b
Andy Sheppard: ss, ts
Für Carla Borg, Tochter eines Organisten in Oakland, begann die Musik in der Kirche, bevor sie an anderer heiliger Stätte, dem legendären Club Birdland in New York, den Pianisten Paul Bley kennenlernte. Den heiratete sie 1959. Die Ehe war kurz, aber wegweisend: Sie schrieb fortan selbst Stücke, etwa für Jimmy Guiffre oder Art Farmer. 1964 gründete sie mit Michael Mantler das Jazz Composer’s Orchestra; sie legte Anfang der 70er mit „Escalator Over The Hill“ eine Oper vor, arrangierte für Charlie Hadens Liberation Orchestra und fügte dem Liedkatalog des Jazz mindestens 500 Kompositionen hinzu. Ziemlich umtriebig, wenn man bedenkt, dass die 1938 geborene Pianistin zudem seit Jahrzehnten eigene Formationen leitet, und eine davon nun auch schon seit den frühen 90ern: Zusammen mit dem E-Bassisten Steve Swallow und dem Saxophonisten Andy Sheppard hat sie sich ein Trio geschaffen, das auf wunderbare Weise harmoniert. Und das wohl auch den musikalischen Humor und Esprit teilt. „Carla Bley“, schrieb Wolfgang Sandner anlässlich ihres 70. Geburtstages in der FAZ, „ist das monströseste Chamäleon, das der Jazz kennt. Und eine gigantische Irritation.“ Das heißt: Man muss auf einiges gefasst sein, die Wendungen in ihrem Schreiben mitgehen, sich aufs Glatteis führen lassen – um dafür mit einer umwerfenden Spielfreude und den überraschendsten Ideen belohnt zu werden.