Land: USA / Island
Besetzung:
Brian Weitz (Geologist) : electronics / David Portner (Avey Tare) : voc / Josh Dibb (Deakin) : g / Noah Lennox (Panda Bear) : dr
Islaya: voc
Animal Collective
Mit dem Free- (oder auch: Freak-) Folk-Trend, zu dessen zentralen Ensembles Animal Collective zählen, ist das so eine Sache. Gemeint waren damit eigentlich die sehr offenen, irgendwie hippiemäßigen, gerne auch chaotischen Improv-Klangforschungen von Kollektiven, besser Horden wie der NoNeck Blues Band oder Jackie-O-Motherfucker oder eben dem Animal Collective aus New York. Letztere veröffentlichten abenteuerliche Alben wie „Spirit They´re Gone Spirit They´ve Vanished“ (2000) und begeisterten mit Konzerten, die eher Performance-Charakter hatten. Daneben aber gab es noch das Folk-Revival mit Geschichtenerzählern, Songs zur akustischen Gitarre, „säuselnder Schlichtheit“ (Spex) und natürlich CocoRosie. Auf ihren letzten Alben wie „Feels“ haben dann Animal Collective eine mittlere Position zwischen diesen Trends bezogen und begonnen, sich für „die Stimme“ und den immer leicht hysterischen Song zu interessieren. Zu hören sind jetzt kollektive Improvisationen, die einen konventionellen Popsong „umspielen“ und durch die Gleichberechtigung der beteiligten Musiker letztlich verweigern. Ihr gerade veröffentlichtes Album „Strawberry Jam“ klingt nun bisweilen so, als hätte XTC-Mastermind Andy Patridge seiner alten Liebe zu den Beach Boys mit dekonstruktiven Mitteln gefrönt. Melodie, Rhythmus, Geräusch – alles aufregend gleichzeitig.