An die Musik. Eine Erweckung. Teil 4 Eine Matinee mit Michael Wollny

So 06.10.2013 Ausverkauft


SAS Institute GmbH

Beginn: 11:00

Einlass: 10:30

Land: Deutschland

Besetzung:
Michael Wollny : p

Dass Michael Wollny nicht nur als Pianist einiges zu erzählen hat, sondern auch in Gesprächen über Musik, Jazz und dessen gesellschaftlichen Kontext Kluges zu sagen weiß, konnte man zuletzt in der Kulturzeitschrift Lettre International nachlesen. Im Gespräch mit Ralf Dombrowski entwickelt er da, ausgehend von Gilles Deleuzes‘ philosophischer Improvisationen in dem Film „ABC“, eine Art Theorie seines Musikverständnisses in nuce. „Im Moment des Musizierens“, so Wollny, „scheint mir ein Nicht-ganz-genau-Bescheidwissen, ein eher diffuses Aufnehmen von Strömungen, Ideen wichtiger als das fundierte, komplette Verständnis dessen, was man da tut. Das gilt auch für Begriffe wie ‚Existenzialismus‘, ‚Philosophie‘, ‚Dasein‘, ‚Existenz‘, ‚Entscheidungen‘, ‚Freiheit‘, ‚Determinismus‘. Sie faszinieren und inspirieren, aber sie erzeugen von selbst noch keine Töne, keine Formen, keine Motive.“ Erst das Noch-nicht-genau-Wissen setze Kreativität frei – das gilt in der Musik wie in der Philosophie. Um die Reflexion des eigenen Tuns, um künstlerische Visionen, musikalische Herausforderungen und natürlich um seine Rolle als Artist in Residence bei Enjoy Jazz wird es bei dieser Enjoy Jazz-Matinee gehen. Hans-Jürgen Linke, Musikkritiker und langjähriger Begleiter des Festivals, ist der Gesprächspartner in diesem morgendlichen Gedankenaustausch.