Brad Mehldau solo bei Enjoy Jazz!

Er ist zweifellos der innovativste Pianist seiner Generation – ein Solist, der wie kein zweiter die Texturen von Stücken zu dechiffrieren versteht und in seinen fantasiesprühenden Improvisationen das auseinandergenommene Material auf wundersame Weise neu zusammensetzt. Es ist fast so, als würde Brad Mehldau mit jedem Lied – ob es ein Popsong ist, ein Standard oder ein klassisches Werk – eine überraschend neue Geschichte erzählen, in seiner eigenen, aber universell zugänglichen Sprache. Diese Erkundungen rühren an das Wesen der Stücke. Brad Mehldaus aus allen möglichen Epochen und Stilschichten schöpfenden Geniestreiche haben eine Ernsthaftigkeit, der man sich als Zuhörer nicht entziehen kann: Hochkomplex und hochemotional, offen und tollkühn – gerade auch in seinen exklusiven Soloauftritten, von denen einer am 07. November in der Heidelberger Stadthalle erlebt werden kann.

Di 07.11.17, Brad Mehldau Solo, Stadthalle Heidelberg

Tickets erhalten Sie online unter enjoyjazz.de oder an allen bekannten VVK-Stellen.

Eröffnung und Abschluss bei Enjoy Jazz stehen fest!

Mit dem Jahr 2017 wird aufgrund der Entstehung der ersten Schallplatte 1917, die eine Jazz-Schallplatte war, das „Jahrhundert des Jazz“ das markiert. Das Medium Schallplatte hatte zur Folge, dass der Jazz massenhaft Verbreitung und schlagartig Einzug in breite gesellschaftliche Kreise fand. Es war damit nicht nur verantwortlich für einen rasanten Aufstieg des neu entstandenen Musikgenres, sondern auch Teil einer der Bobschaften, die der Jazz fortan trug, nämlich für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit einzustehen. Dies tut der Jazz auch 100 Jahre später noch mit ungebrochener Stärke und unbändiger Strahlkraft. Daran anschließend feiert das Enjoy Jazz Festival in seiner 19. Ausgabe das „Jahrhundert des Jazz“, sowohl in Rückbesinnung auf seine Wurzeln, als auch mit mutigem Blick in die Zukunft.

Ein großes Highlight innerhalb dieses Rahmens stellt ohne Zweifel einer der Giganten des 20. Jahrhunderts dar, der nicht nur John Coltrane als seinen Mentor zum Vorbild hatte, sondern bald auch selbst für die folgenden Generationen zur Ikone werden sollte. Archie Shepp wurde in diesem Jahr 80 Jahre und das Enjoy Jazz Festival widmet diesem ‚Jubiläum im Jubiläum‘ einen ganz besonderen Abend. Am 28.10. präsentiert die BASF SE eine Koproduktion des Enjoy Jazz Festivals mit dem Pariser Festival ‚Jazz a la Villette‘. Gemeinsam bringen sie eine Deutschland-Premier auf die Bühne des Feierabendhauses der BASF. Archie Shepp’s Art Songs and Spirtituals wird zuvor in der Pariser Philharmonie Uraufführung feiern und am 28.10. dann zum ersten Mal in Deutschland konzertant aufgeführt werden.

Im Rahmen des „Jahrhunderts des Jazz“ verweist das Enjoy Jazz Festival aber auch auf die europäischen Wurzeln des Jazz. Inspiriert vom Swing galt ein Musiker als Erfinder und Vorreiter des Sinti-Jazz und wurde zu einer nahezu unerreichten Ikone: Django Reinhardt führte nicht nur die erste, in Europa entstandene Stilrichtung des Jazz ein, sondern brachte auch eine Reihe von Schülern hervor, unter denen auch heute noch einer als sein veritabler Nachfolger gilt: Biréli Lagrène wird gemeinsam mit dem Django Memories Quartet – das als Band für den 2017 entstandenen Film ‚Django – ein Leben für die Musik‘ die Filmmusik einspielte – beim Abschlusskonzert von Enjoy Jazz die Erinnung an den Altmeister wachrufen.

Vor den Rückblicken in die Geschichte des Jazz wird das Enjoy Jazz Festival zu seiner Eröffnung aber zuerst einen Ausblick auf die Gegenwart und die Zukunft des Jazz geben: Die in Illinois geborene Jazzsängerin Somi, deren Eltern aus Ruanda und Uganda stammen, lebt mittlerweile in Harlem, New York. Sie verbindet in ihrer Musik die unterschiedlichsten Einflüsse von Afrika bis New York, von afrikanisch gefärbten Grooves, über samtig weichen Jazzgesang, aber auch Einflüsse aus HipHop u.Ä. sind vernehmbar. Eine großartige Sängerin, der eine herausragende Karriere im Jazzgesang bevorsteht und die ohne Zweifel die folgenden 100 Jahre des Jazz entscheidend mitprägen wird.

Das Programm wurde außerdem und weitere Highlights ergänzt. Einen Einblick finden Sie hier.

 

Enjoy Jazz selected as one of Europe’s best Music Festivals 2017

„The European festival scene is amongst the best in the world, most likely for it’s combination of incredible history and preservation of tradition alongside its curious and progressive tendencies. It’s here where you will find the world’s leading classical artists performing in castles and rockstars hitting high notes in rolling countrysides or packed city centers.“

Flight Network is looking out for the most impressive and rewarding festivals each year to go to in Europe, and yes, this year its our turn! The Enjoy Jazz Festival has been selected as one of Europe’s best Music Festivals 2017! We are so honored and thankful, but also really proud!

 

Weitere Konzerte bei Enjoy Jazz 2017 stehen fest!

Das Enjoy Jazz-Konzertangebot vom 2. Oktober bis zum 11. November 2017 wurde um 10 weitere Konzerte im Vorverkauf ergänzt. Mit dabei ist unter anderem das Tarkovsky Quartet um den französische Pianist François Couturier. Auch die herausragende regionale Jazzszene haben wir nicht außer Acht gelassen. So präsentiert die Mannheimerin Alexandra Lehmler 2017 die Neuveröffentlichung ihres Albums bei Enjoy Jazz, dessen Besetzung auf ein Enjoy Jazz Konzert aus dem Jahre 2014 zurückgeht. Das Konzert ist eine Kooperation des Montpellier-Haus Heidelberg und dem Enjoy Jazz Festival mit freundlicher Unterstützung des KulturTandem Heidelberg. Die ehemalige Wahl-Heidelbergerin Caroll Vanwelden stellt die dritte CD ihrer Shakespeares Sonette vor. Das Konzert im Club Speicher7 wird präsentiert von Mobisys. Außerdem ist eines der erfolgreichsten ganzjährigen Jour-fix-Formate des Jazz in Europa, Jazz am Neckar, erstmalig mit drei Konzertabenden beim Enjoy Jazz Festival dabei. Die Veranstaltungsreihe „FunkLoch“ in der Halle 02 ist dieses Jahr bereits zum zweiten Mal bei Enjoy Jazz vertreten. Sie soll der regionalen Musikszene als Dreh- und Angelpunkt für Networking und kreativen Austausch dienen und hat dieses Jahr als Special Guest den Jazztrompeter und Elektoniker Julian Maier-Hauff eingeladen. Auch in der Klosterkirche Lobenfeld wird in diesem Jahr wieder ein Enjoy Jazz-Konzert stattfinden. Der Gitarrist und Soundtüftler Oren Ambarchi wird dort moderne elektronische Klangexperimente präsentieren.
Alle Infos und weitere Konzerte im Vorverkauf finden Sie wie immer in unserem Programm.

Friends of Enjoy Jazz präsentieren: Ein Gespräch mit Alexandra Lehmler

Die Jazzwelt wird auch heute noch mehrheitlich von Männern dominiert. Nicht nur auf den großen Bühnen sind Frauen in der Unterzahl, der Mangel weiblicher Musikerinnen beginnt bereits in der Lehre. So ist beispielsweise die Berlinerin Julia Hülsmann, letztes Jahr als SWR-Jazzpreisträgerin beim Enjoy Jazz Festival zu Gast, im Moment die einzige Frau im Jazz, die Professorin an einer instrumentalen Jazzabteilung ist; und dies auch nur, weil sie lediglich ein Jahr als Gast am Jazzinstitut Berlin unterrichten konnte. Dabei gäbe es durchaus Musikerinnen, die hierfür in Frage kämen. Gerade auch die rapide steigende Zahl junger Absolventinnen spricht für die Besetzung von Schlüsselpositionen mit weiblichen Vorbildrollen.

Alexandra Lehmler, Saxophonistin aus Mannheim, hat als Vorstand der Union Deutscher Jazzmusiker eine der wenigen dieser Vorbildrollen inne. An diesem Abend gibt sie im offenen Publikumsgespräch einen Einblick in die aktuelle Situation, erzählt von ihren Plänen für die Zukunft und stellt einige Musikerinnen vor.

Das Gespräch findet im Vorfeld des Konzerts von Enjoy Jazz Summer – Tini Thomsen’s MaxSax statt.

Wir bitte Sie sich unter friends@enjoyjazz.de vorab anzumelden.

02.07.2017, The Female Side of Jazz – Ein Einblick in die Welt der Frauen im Jazz
Karlstorbahnhof Heidelberg, Klub K, Eintritt frei, Beginn 18 Uhr

BASF-Kulturprogramm 2017 / 2018 seit heute veröffentlicht!

Das Kulturprogramm der BASF wurde heute bei einer Pressekonferenz im BASF-Feierabendhaus bekannt gegeben. Darunter auch 4 Konzerte beim Enjoy Jazz Festival! Das Programm der BASF will dabei vor allem eines: neugierig machen und Perspektiven eröffnen. Dabei sind Künstler zu Gast, die für genreübergreifende Ansätze, Ausflüge in andere Musikstile und ungewöhnliche Herangehensweisen stehen. „In unserem Kulturprogramm spiegelt sich die Vielfalt der Welt. In der Musik und dem Tanz wird sie positiv erlebbar, da sie Unterschiedliches zusammentreffen und Neues entstehen lässt“, sagt Karin Heyl, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei BASF.

Beim Enjoy Jazz Festival wird im BASF-Feierabendhaus afrokubanische Musik mit Richard Bona & Mandekan Cubano, sowie Jazz-Gitarre des israelischen Gilad Hekselman und das energiegeladene Power-Jazz Quartett Amok Amor des SWR-Jazzpreisträgers Christian Lillinger im BASF-Gesellschaftshaus präsentiert. Kinder und Jugendliche können ihre Begeisterung für die Jazzmusik beim alljährlichen Enjoy Jazz-Familienfest entdecken. Dieses Jahr wird Oran Etkin, herausragender Jazzklarinettist, seine Begeisterung für die Musik an die nächste Generation weitergeben.

Der Vorverkauf für die Konzerte beginnt am 12.06.! Mehr Infos finden Sie unter anderem hier im BASF-Kulturprogramm.

Erste Programmhighlights des 19. Enjoy Jazz Festivals 2017

Endlich ist es wieder soweit! Die ersten 25 Konzerte des Festivals stehen fest. Wie gewohnt dürfen Sie sich auf renommierte Musikgrößen ebenso freuen, wie auf avantgardistische Uprising Stars. Zum 19. Mal bringt Enjoy Jazz ganze sechs Wochen lang den erlesensten musikalischen Mix aus Jazz, Soul und Hip-Hop über Klassik, Pop und Electro in die Metropolregion. Das Konzertangebot vom 2. Oktober bis zum 11. November 2017 wird außerdem durch ein spannendes Rahmenprogramm komplettiert werden. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die Jugendförderung von Enjoy Jazz in Zusammenarbeit mit der BASF SE, die um die Enjoy Jazz Schulbigband, den Familientag und die Masterclasses angesiedelt ist. Weitere Informationen hierzu werden in Kürze folgen. Der Vorverkauf für die ersten Konzerte beginnt mit dem heutigen Tag am Samstag den 06. Mai 2017. Tickets können unter enjoyjazz.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Das Festival bietet außerdem für einige Konzerte ein begrenztes Kontingent an Frühbucherrabatten an – nur solange der Vorrat reicht.

Enjoy Jazz Friends-Reise

Am Samstag den 6. Mai 2017 werden die Friends of Enjoy Jazz eine gemeinsame Reise nach München unternehmen, um die Ausstellung ‚Free Music Production / FMP: The Living Music‘ und Abends gemeinsam das Konzert von Peter Brötzmann zu besuchen. Treffpunkt ist 13.45 Uhr im Haus der Kunst in München. Die Friends of Enjoy Jazz werden vom Kurator eine exklusive Führung durch die Ausstellung erhalten. Alle Eckdaten finden Sie zusammengefasst unter https://enjoyjazz.de/partner/friends-of-enjoy-jazz/. Anmeldungen sind noch bis zum 04.05.2017 unter friends@enjoyjazz.de möglich, die Kapazitäten sind allerdings begrenzt. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Enjoy Jazz Summer 2017

Bevor es ab Oktober wieder sieben Wochen ‚Enjoy Jazz!‘ heißt, dürfen sich alle Musik Aficionados der Metropolregion Rhein-Neckar bereits im Sommer auf drei erstklassige Jazzkonzerte im Rahmen des Internationalen Festivals für Jazz und Anderes freuen! Den Anfang macht noch im Mai der Kalifornier Joshua Redman mit seinem Trio um Reuben Rogers und Greg Hutchinson in der Alten Feuerwache in Mannheim. Von Jazz, über Rock & Pop bis hin zu Weltmusik ist Redman in allen Genres bewandert und setzt regelmäßig eher neue Maßstäbe denn bloße Duftmarken. Weiter geht es im Juli mit Tini Thomsen’s MaxSax: Die in Hamburg geborene Saxofonistin setzt auf Energie statt Ruhepuls. Foo Fighters statt Gerry Mulligan, Queens of the Stone Age statt Pepper Amdams – Vollgas geben ist ihre Spezialität. Die fünfköpfige Formation kommt nun im Sommer in die Metropolregion. Eines steht fest: Langweilig wird es nicht. Den Abschluss der Enjoy Jazz Summer Reihe bildet das koreanische Quartett Black String: Wie schafft man eine musikalische Originalität, die auf Altbewährtem aufbaut? Der vierköpfigen Formation gelingt das durch den individuellen Mix aus koreanisch-tradierten Klängen und jazzaffinen Anleihen, die auf Improvisation setzten. Hier treffen verschiedene Instrumente in einem unverkennbaren Zusammenschluss aufeinander: von traditionell folkloristischen Tönen des Geomun-go und der Perkussion bis hin zum modernen Sound der Jazz Gitarre. Black String: der Geheimtipp des Sommers!

31. Mai 2017, Joshua Redman Trio, Alte Feuerwache Mannheim,
Einlass 19:00, Beginn 20:00, Ticket VVK 30 € zzgl. Gebühren / AK 35 €

2. Juli 2017, Tini Thomsen’s MaxSax, Karlstorbahnhof Heidelberg,
Einlass 19:00, Beginn 20:00, Ticket VVK 18 € zzgl. Gebühren / AK 22

5. Juli 2017, Black String, DasHaus Ludwigshafen,
Einlass 19:00, Beginn 20:00, Ticket VVK 20 € zzgl. Gebühren / AK 25 €

 

Baritonsaxofonist Ekkehard Jost verstorben

Ekkehard Jost (*22.1.1938 ; +23.3.2017) //
Ein Nachruf von Martin Laurentius:

Mit geradezu feuilletonistischer Eloquenz stellte er profunde historische Bezüge sowohl zu den verschiedenen Landesszenen her als auch rüber in die USA. Jost, 1938 in Breslau geboren, war einer der Musikwissenschaftler, dem es stets gelang, den Elfenbeinturm zu verlassen und unterhaltend über sein Forschungsgebiet zu sprechen: über den Jazz in seinen vielfältigen stilistischen Ausprägungen. Denn Jost war selbst auch Musiker: Als geschmeidig phrasierender Baritonsaxofonist sorgte er schon während seines Studiums von 1959 bis 1965 in Hamburg für Aufsehen in der deutschen Jazzszene. Und weil er als Musiker anerkannt war und von seinen Kollegen geschätzt wurde, konnte er seine Arbeitsbereiche gut miteinander verbinden. Für seine Habilitation zum Thema Free Jazz lebte Jost zum Beispiel längere Zeit in New York, um direkt vor Ort mit den Protagonisten dieser revolutionären Musikgattung zu sprechen und deren Projekte musikwissenschaftlich zu analysieren. Ein weiteres Standardwerk ist seine Sozialgeschichte des Jazz in den USA, mit dem er die teils schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen der US-amerikanischen Musiker beschreiben und analysieren konnte. Von 1973 bis zu seiner Emeritierung 2003 leitete Jost als Professor das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Gießen, außerdem war er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Internationalen Gesellschaft für Jazzforschung Graz und hatte unter anderem Lehraufträge in Marburg, Hamburg und Frankfurt. Doch neben seiner Karriere als Wissenschaftler mit internationalem Ruf blieb Jost zeitlebens Jazzsaxofonist, der kontinuierlich mit befreundeten Musikern (der Kontrabassist Dieter Manderscheid beispielsweise, oder der Schlagzeuger Joe Bonica) seine Projekte realisierte und auf seinem eigenen Label, Fish Records, veröffentlichte. Josts WDR-3-Sendereihe Jazzgeschichten aus Europa ist 2012 dann als Buch im Wolke Verlag erschienen. Dieses so Jost-typische Kompendium wird seine letzte Veröffentlichung zu Lebzeiten sein: Der Musikwissenschaftler und Jazzmusiker Ekkehard Jost ist in der Nacht des 23. März in Marburg im Alter von 79 Jahren gestorben.